Ein buntes Lehrstück in Sachen Hoffnung

Laubfroschgrünes Musical: Über 100 Kinder und Jugendliche spielten in der Stiftskirche das Musical „Ruth“


Das lange Proben hat sich bezahlt gemacht: Die Aufführung rührte die Zuschauer an.

Foto: E. Layher

Von Marina Heidrich

BACKNANG. Laut, quirlig, fröhlich, bunt und vor allem laubfroschgrün – der Familiengottesdienst in der Stiftskirche Backnang wurde mit dem Gemeindelied „Eingeladen zum Fest“ eröffnet. Ein Lied, das nicht hätte passender sein können, um die Stimmung zu beschreiben. Unter der Leitung von Bezirkskantor Hans-Joachim Renz wurde beim Gottesdienst das Adonia-Kindermusical „Ruth“ aus der Feder von Regula Salathé aufgeführt. Über 100 Kinder und Jugendliche des Wichtelchores und der Kinderkantorei lieferten eine beeindruckende Aufführung.

Erzählt wurde die Geschichte von Ruth und ihrer Schwiegermutter Noemi, die beide als Witwen eine harte Zeit durchmachen, zur Emigration gezwungen werden. Beide Frauen teilen abwechselnd das Schicksal, in der Fremde zu sein; die Israelitin Noemi zunächst aufgrund einer Hungersnot in ihrem Heimatland, dann Ruth, die Moabiterin, die das Schicksal als Fremde im Ausland freiwillig auf sich nimmt, als sie ihre Schwiegermutter bei deren Rückkehr nach Hause begleitet, sie nicht im Stich lässt. Es geht um Loyalität, Familie, Hoffnung und Liebe.

Liebevoll gestaltete Kostüme und Bühnenbilder zauberten ein orientalisches Flair. Dazwischen kommentierte ein Nachrichtensprecher von Moab TV die Hungersnot in Israel. Ganz unbefangen agierten die kleinen Hauptdarsteller in den Sprechrollen und der in grüne T-Shirts gekleidete Chor erzählte die Geschichte nicht nur musikalisch, sondern stellte auch optisch beispielsweise ein Kornfeld oder eine blühende Wiese dar. Ein Fest fürs Auge, gespickt mit zahlreichen Überraschungen. So standen während des Liedes „Hab nur Mut“ plötzlich ganz in schwarz gekleidete Jugendliche mit weiß reflektierenden Handschuhen da und stellten den Refrain in Gebärdensprache dar. Bei „Ich glaube nicht an Zufall“ wurden große Texttafeln geschwenkt, so dass die Zuhörer nicht nur mitklatschen, sondern auch laut mitsingen konnten. Beim Liebesduett von Ruth und Boas tauchten Dutzende roter Herzen auf. Liebevoll eingebaute kleine Details ließen keinen Augenblick Langeweile aufkommen. Es gab viel zu hören und noch mehr zu sehen. Die ausgezeichnete Liveband groovte und fing professionell die eine oder andere Temposchwankung der kleinen Sänger auf. Die wochenlangen konsequenten Proben zahlten sich aus, die Geschichte um Ruth und Boas, die König Davids Urgroßeltern waren, wurde zu einem fröhlichen und bunten Lehrstück in Sachen Hoffnung. Die Laubfröschlein im Chor und die jungen Darsteller machten ihre Sache ausgezeichnet.

 

aus der BKZ vom 23.07.2013