Große Strahlkraft auf Englisch und auf Deutsch

Foto: E. Layher

Foto: E. Layher

Partnerschaftliche Begegnung der Chelmsford Singers und der Kantorei – Gemeinsames Konzert in der Stiftskirche

 

aus der Backnanger Kreiszeitung vom 07.06.2011

 Von Cornelia Ohst

 

BACKNANG. Die partnerschaftliche Begegnung zweier Chöre hielt nicht nur geraume Zeit die betroffenen Organisatoren in Atem, sie konnte zudem auch anderen Mitmenschen zu einem schönen Erleben verhelfen.

So geschehen, als sich die Sänger der Kantorei der Stiftskirche Backnang mit jenen des befreundeten Chores aus England, den Chelmsford Singers, zu ihrem Partnerschaftskonzert trafen. Nach über 14 Stunden Busfahrt etwas erschöpft in der früheren Gerberstadt angekommen, fanden sich die rund 30 stimmkräftigen Gäste am Tag darauf durchaus in der Lage, ein beeindruckendes Zeugnis ihres musikalischen Könnens abzuliefern. Gemeinsam mit ihren Backnanger Sangespartnern hörte man sie am frühen Abend in der Stiftskirche klangvoll das Werk von Heinrich Schütz „Jauchzet dem Herrn“ zum Einstieg in das knapp zweistündige Konzert singen.

In dunklen Anzügen die Männer, mit einem farbenfrohen Schal geschmückt die Frauen, so traten die Chelmsford Singers mit ihren zahlreichen Kollegen der Kantorei auf und bildeten einen beeindruckenden Chor von rund 80 Sängern. Diese stimmliche Präsenz erfüllte mühelos den großen Kirchenraum und ließ die Werke von Komponisten wie etwa Schütz, Bruckner, Mendelssohn Bartholdy oder Bach mit großer Strahlkraft erklingen. Auch Dekan Wilfried Braun zeigte sich erfreut darüber, die englischen Gäste „zu diesem Highlight des Partnerschaftstreffens“ begrüßen zu dürfen, was er auch in deren Muttersprache tat. Und nicht nur das: Der Gottesdienst, wie der Pfarrer das Konzert mit geistlichen Werken zum Zwecke des ausdrücklichen Gotteslobes nannte, lebte neben dem virtuosen Orgelspiel des Engländers Oliver Waterer und den abwechslungsreichen sowie anspruchsvollen Gesangsstücken auch von einer Lesung und dem gemeinsamen Sprechen des Psalms 121; ebenfalls in englischer Sprache.

Dass die Besucher ein deutsches Werk bravourös zu interpretieren und obendrein verständlich zu singen verstehen, das bewiesen sie an diesem Abend unter der Leitung ihres Dirigenten Peter Nardone gleich mehrfach: Mit Bachs „O Jesu Christ, meins Lebens Licht“ etwa demonstrierten sie im Alleingang, mit welch ausdrucksstarken Stimmen sie angereist sind, und setzten mit dem lateinischen Gesang des „Magnificat anima mea“, einer Komposition Dieterich Buxtehudes, ihre klare und wunderschöne Interpretation fort. Nachdem auch die Sänger der Kantorei unter ihrem Dirigenten Hans-Joachim Renz mit gleich drei Stücken zum erfolgreichen Programmablauf des Konzerts beitrugen, erfreuten beide Chorgruppen noch einmal gemeinsam ihr Publikum.

Mit dem wohl glanzvollsten Werk des Abends, dem „Hallelujah“ von Händel, auf Englisch gesungen, interpretierten die Akteure das prachtvolle und festliche Werk mit viel Hingabe und professioneller Intonation. Das gemeinsame „Ave verum corpus“ von Mozart bildete den Abschluss des gelungenen Konzertes und schickte die Sänger in die wohlverdiente Entspannung. Im Gemeindehaus nämlich erwartete die fleißigen und wohl auch hungrigen Interpreten ein leckerer Imbiss und die englisch-deutsche Konversation mit ihren Backnanger Partnern. Die wiederum durften vorab schon ein dickes Lob einheimsen: „Die Menschen hier sind alle so freundlich und hilfsbereit“, sagte eine der Besucherinnen anerkennend über die schwäbische Gastfreundlichkeit.