Fest der Gospelmusik für guten Zweck

Weihnachtliches Konzert von Jugendkantorei und The Gospel House Erlös geht an das Backnanger Hospiz

Eine brechend volle Stiftskirche bot sich den Musikern, als sie die Bühne betraten. Derart motiviert begeisterten die Jugendkantorei und The Gospel House aus Winnenden ihre Zuhörer mit einem wahren Fest der Gospelmusik. Der Erlös des weihnachtlichen Benefizkonzerts geht an das Hospiz in Backnang.

 BACKNANG. Zusammen gingen die beiden Chöre gleich in die Vollen mit Go tell it on the mountain. Ein schönes Bild boten die jungen Sänger vor dem farbig angestrahlten Chor, die Jugendkantorei in Rottönen, The Gospel House in Schwarz gekleidet.

Den ersten Teil des Abends bestritt die Jugendkantorei unter Bezirkskantor Hans-Joachim Renz. Dieser Chor von Jugendlichen zwischen 13 bis 23 Jahren verstand es, sein Publikum durch kraftvolles, zupackendes Musizieren mitzureißen und mit besinnlichen Balladen wie A baby made heaven sing zu berühren.

Dazwischen immer wieder einfühlsame Solopartien, eine beeindruckende Leistung der Solisten aus den Reihen des Chores. Nach einigen weihnachtlich-besinnlichen Liedern durfte dann bei Amen mitgerockt, geklatscht und getanzt werden. Strahlende Gesichter waren da im Publikum zu sehen. Und von der Empore ertönte spontan der Ausruf eines Zuhörers Ihr seid gut!.

Die siebenköpfige Begleitband, die The Gospel House mitgebracht hatte, war beiden Chören ein verlässlicher Partner, agierte präzise und einfühlsam, und überzeugte auch solistisch.

Das Hospiz Backnang, dem die Einnahmen des Konzertes zugutekommen, wurde anschließend im Gespräch zwischen dem geschäftsführenden Vorstand Heinz Franke und Astrid Sander von The Gospel House vorgestellt. Die Hospizbewegung will Tod und Sterben, die kaum noch zu Hause stattfinden, wieder mitten in die Gesellschaft holen, sagte Franke.

Das stationäre Hospiz in Backnang hat seit seiner Gründung im Jahr 2004 über 800 Menschen begleitet. Im ambulanten und stationären Bereich sind 20 hauptamtliche und rund 150 ehrenamtliche Mitarbeiter tätig. Neben den Zahlungen der Kranken- und Pflegekassen müssen jedes Jahr 150000 Euro durch Spenden aufgebracht werden. Wir wollen uns bewusst auf Ihre Seite stellen und einen Bogen von der Jugend zum Alter spannen, sagte Astrid Sander.

Der 16-köpfige Winnender Chor The Gospel House unter seiner Leiterin Friedlinde Vollmar bestritt den zweiten Teil des Konzerts. Zu Beginn erklang The night that christ was born mit einer schön differenzierten, vom Saxofon umspielten Chormelodie. Mit behutsam modellierten dynamischen Nuancen und einer deutlichen Artikulation, etwa bei My life, my love, my all, bot auch dieser Chor eine rundum überzeugende Leistung. Nicht zuletzt dank einer ganzen Reihe starker Solisten. Heftig weihnachtete es beim Song vom Rentier Rudolph, den die Sänger mit sichtlicher Begeisterung und mit Nikolausmützen und Rentiergeweihen auf dem Kopf präsentierten. Zum Schluss ein Cross-over-Titel: Das Halleluja aus Händels Messias in einer gegospelten Version.

O happy day durfte nicht fehlen und wurde am Ende des Konzertes von beiden Chören gesungen, wobei sich jeweils ein Juka- und ein TGH-Sänger einträchtig ein Mikrofon teilten. Mit dem von allen Anwesenden gemeinsam gesungenen Adventslied Macht hoch die Tür wurde das Publikum stimmungsvoll entlassen.

Nach Abzug der Unkosten erbrachte das Konzert einen Erlös von rund 4000 Euro für das Backnanger Hospiz.

Aus der BKZ vom 18.12.2013