Raumfüllende Klänge voller Intensität

Drei Chöre beim Gospelkonzert 2013 unter Leitung von Hans-Joachim Renz – Evergreens begeistern das Publikum in der Stiftskirche

Ein Meer von rot gekleideten Chorsängern wogte im Takt der Musik. Die Freude am Singen stand den über 120 Mitwirkenden auf der Bühne der Stiftskirche ins Gesicht geschrieben. Drei Chöre hatten sich für dieses Konzert zusammengeschlossen und boten eine mitreißende Mischung aus Spirituals, Gospels und Popsongs.

Ihre Freude am Singen übertrug sich schnell aufs Publikum: Beim Gospelkonzert in der Backnanger Stiftskirche. Foto: E. Layher

Annette Hohnerlein

BACKNANG. Ein volles Haus gleich in mehrerer Hinsicht gab es beim Gospelkonzert 2013 in der Stiftskirche. Die Zuhörer waren so zahlreich erschienen, dass man sich mit Notsitzen und Stehplätzen auf der Treppe zur Empore behelfen musste. Die Bühne fasste kaum die über 120 Chorsänger. Und das Kirchenschiff war randvoll mit Musik, sodass man den Eindruck hatte, die Kassettendecke würde im nächsten Moment abheben.

Bezirkskantor Hans-Joachim Renz hatte drei Chöre für dieses Konzert zusammengeführt: die Jugendkantorei der Stiftskirche, einen eigens für dieses Konzert gegründeten Projektchor und den Chor Rakanaka aus Erbstetten unter der Leitung von Sieglinde Krauter. Solist war der Stuttgarter Musical- und Gospelsänger Jens Simon Petersen, vielen bekannt durch seine Hauptrolle im Musical „Wicked“. Unterstützt wurden die Sänger von den Gospel Brothers, der vierköpfigen Band des Keyboarders und Jazzpianisten Christoph Gärtner.

Das Konzert begann, noch ehe ein einziger Mitwirkender auf der Bühne war. „Hallelujah to the King of Kings“ erklang, als die ersten Sänger die Kirche betraten und steigerte sich in einem grandiosen Crescendo, bis alle auf der Bühne standen.

In der Folge erklangen Songs, viele davon Evergreens, bei denen das Publikum begeistert mitklatschte, sich von den Sitzen erhob und wohl am liebsten auch mitgesungen hätte.

Hans-Joachim Renz, den drei Chören und den Instrumentalisten gelangen stimmige Interpretationen voller Intensität, mit exaktem Zusammenspiel, klarer Artikulation und sauberer Intonation. Immer wieder beeindruckten Chormitglieder mit überaus gelungenen Solopartien.

„What a wonderful world“ wurde in wiegendem 6/8-Rhythmus und mit fein abgestufter, elastischer Dynamik interpretiert. In „I will lift up my hands“ zeigte die Jugendkantorei einen gelungenen Dialog mit Jens Simon Petersen. Dieser harmonierte in seinen zahlreichen Soli bestens mit dem Chor und verband ausdrucksstarke Interpretation mit professioneller Lockerheit.

Sieglinde Krauter erläuterte den Namen ihres Erbstettener Chores. Rakanaka geht zurück auf ein Lied aus Simbabwe und bedeutet „Das Evangelium ist gut“. Den mittleren Teil des Konzertes bestritt dieser Chor allein. Seine Interpretation von „I will follow him“ aus dem Musical „Sister Act“ bestach durch den Kontrast zwischen dem besinnlichen, nur von schlichten Pianoklängen begleiteten Anfang, und dem plötzlich losbrechenden, rasanten zweiten Teil. Auch gelang diesem Chor ein Piano, was den drei vereinigten Chören, bedingt durch die große Zahl der Beteiligten, doch etwas schwerfiel.

Am Ende wurden zwei Zugaben erklatscht, die zweite stimmungsvoll begleitet durch farbige Leuchtstäbe in den Händen der Chorsänger.

 

aus der BKZ vom 14.05.2013